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Gegen München gilt`s

Die Endspiele für die Marburg Mercenaries reissen nicht ab. Ging es bisher vornehmlich um Platz 1 der GFL- Gruppe Süd, muss man nach den beiden Niederlagen gegen die Rhein Neckar Bandits nunmehr kleinere Brötchen backen. Die Mannschaft muss ihre ganze Energie inzwischen darauf verwenden, Platz zwei in der Südstaffel zu erringen, da dies zumindest ein Heimspiel im Viertelfinale um den German Bowl garantieren würde. Sportlich und auch finanziell für den Verein also ein höchst erstrebenswertes Ziel, welches auch durch die vielen Verletzungen im Kader zuletzt in Gefahr geraten war. Aus diesem Grunde hat sich der Verein dazu entschlossen, einen derjenigen Spieler aus den USA einzufliegen, den man noch vor der Deadline am 30. Juni mit einem Spielerpass ausgestattet hatte. "Gerade vor dem Hintergrund, dass Luke McCann noch ein paar Wochen ausfällt, ist die Wahl auf einen Wide Receiver gefallen", so Präsident Carsten Dalkowski, der dann auch gleich die Katze aus dem Sack lässt. "Bernard Luster von der William Penn University wird uns für den Rest der Saison unterstützen."

Auch das Rückspiel geht verloren

In einem spannenden Spiel auf Augenhöhe hatten die gastgebenden "Bandits" aus Mannheim am Ende mit 36:31 die Nase vorn. Das Spiel sah zwei hart kämpfende Mannschaften, es sah sicherlich Werbung für den Footballsport, vor allem aber legte es wieder einmal Zeugnis darüber ab, wie nah im Sport Glück und Unglück, Triumph und Niederlage beieinander liegen können. Diese ganze Tragik konzentrierte sich an jenem regenerischen Nachmittag auf Mercenaries- Runningback Johannes Thiel, der mit fast 180 erlaufenen Yards eine überragende Partie hinlegte, schlussendlich aber doch noch zum "Pechvogel" avancierte.

Rückspiel in Mannheim

Alles hätte so schön sein können. Mit dem 38:13 eigentlich fest auf der Siegerstraße, quittierten die Marburg Mercenaries am letzten Wochenende ab dem dritten Viertel den Dienst, brachten den aufopferungsvoll kämpfenden Gegner in die Spur zurück und fingen sich am Ende eine bittere und sicherlich unnötige 38:42 Niederlage ein. Die Ansetzung des Spielplanes will es, dass sich beide Teams schon an diesem Samstag erneut gegenüberstehen. Diese Mal in Mannheim, wobei die Vorzeichen ähnlich sind wie noch beim "Showdown" im Georg-Gaßmann-Stadion. Der Verlierer ist raus. Auf diese simple Formel lässt sich das Spiel reduzieren, was übersetzt bedeuten soll, dass sich die unterlegene Mannschaft endgültig aus dem Rennen um den Titel des Südmeisters der GFL verabschiedet. Für die "Söldner" geht es folglich um mehr als die bloße Revanche oder Wiedergutmachung. Es geht vor allem darum, eine reguläre Saison ins Ziel zu retten, die verheißungsvoll begann, zuletzt aber dann doch einige Schrammen abbekam.

Unnötig, Unglaublich, Unfassbar

Für weite Teile des Spieles schien alles in Ordnung zu sein. Das Wetter war konstant, die Marburg Mercenaries hielten ihren Gegner aus Mannheim recht locker auf Distanz und ein Meilenschritt zum Gewinn der Südmeisterschaft schien gemacht. All dies dann auch noch am Geburtstag des Präsidenten Carsten Dakowski; Mercenaries- Herz was willst du mehr. Doch während die heimischen "Söldner" Gang um Gang herunter schalteten, wollten sich die Rhein Neckar Bandits mit der Rolle der Statisten partout nicht anfreunden. Und so endete dieser Nachmittag – der bezeichnenderweise unter anderem dem Katastrophenschutzbund des hiesigen Landkreises gewidmet war – eben in einer sportlichen "Katastrophe", die sich hinterher keiner so recht erklären konnte. Trotz zwischenzeitlicher 38:13 Führung ging man schlussendich mit einer 38:42 Niederlage vom Feld.

"Tag der Helfer" bei den Mercenaries

Wenn die Rhein Neckar Bandits aus Mannheim am kommenden Sonntag im Georg-Gaßmann-Stadion auflaufen, kann man getrost von einem Spitzenspiel reden. Die derzeitige Tabellensituation eröffnet den "Banditen" bei einem Sieg die Möglichkeit noch ganz oben anzugreifen, soll heißen um den Titel des Südmeisters innerhalb der GFL mitzuspielen. Auf der anderen Seite muss man wohl konstatieren, dass sie sich bei einer Niederlage, mit dann bereits acht Minuspukten, aus eben jenem Rennen bereits verabschieden können. Von einem entsprechend motivierten Auftritt der Mannschaft um die Ex- Mercenaries Washington, Kilic und McCray geht man dann auf Marburger Seite in Person von Defensive Coordinator Sergej Schmidt auch aus: " Mannheim hat aus meiner Sicht noch alles zu gewinnen und eigentlich nichts zu verlieren. Ich gehe daher davon aus, dass uns ein extrem aggressiver Gegner erwartet, der früh versuchen wird sein gefährliches Passspiel über die langen Receiver aufzuziehen." Der Gameday am Sonntag steht ganz im Zeichen der Männer und Frauen Katastrophenschutzverbandes Marburg- Biedenkopf. Es soll jenen Helfern gedankt werden, die in Sachsen und Brandenburg aufopferungsvoll die Fluten bekämpften.

Kein echter Prüfstein

Es sah nie wirklich so aus, als hätte die Ritter aus Rothenburg ob der Tauber wirklich eine Chance. Schon beim Einlaufen fiel die geringe Tiefe des Kaders auf und auch die Körpersprache ließ nicht darauf schließen, dass man sich an diesem Nachmittag im Georg-Gaßmann-Stadion etwas Zählbares ausrechnete. So kam es dann auch wie es kommen musste. Nach einem noch relativ umkämpften ersten Viertel setzten sich die Mercenaries immer weiter ab, führten zur Halbzeit bereits 42:7 und konnten sich am Ende sogar den "Luxus" erlauben munter Spielzeit an die Ersatzbank zu verteilen. Gefährdet war der Sieg zu diesem Zeitpunkt schon lange nicht mehr.

"Homecoming" in Marburg

Nach dem hart umkämpften Unentschieden in Hall vom letzten Wochenende, welches den Mercenaries sämtliche Trümpfe im Kampf um den Titel des Südmeisters in der GFL in die Hand spielte, gilt es nunmehr darum, das bisher Erreichte zu bestätigen und zu festigen. Sonntag zu Gast im heimischen Georg-Gaßmann-Stadion dieses Mal die Franken Knights, ein Gegner der getrost als unangenehm bezeichnet werden kann und der den "Söldnern" letzte Saison den Heimauftritt gehörig vermasselte. Mit ihrem wieder genesenen Quarterback Cedric Townsend, der eines der größten Improvisationstalente der gesamten Liga darstellt, spielen die "Ritter" trotz zuletzt durchwachsener Leistungen noch immer um die Play- Offs mit und werden vom Marburger Trainerteam entsprechend ernst genommen. "Was passiert, wenn man den Quarterback nicht unter Kontrolle hat, haben wir in der letzten Spielzeit gesehen", so Head Coach Matthias Dalwig, der gleichzeitig berichten kann, dass genau an diesem Problem im Training intensiv gearbeitet wurde. "Wir werden vorbereitet sein", lautete der knappe Kommentar.

Ein gefühlter Sieg

Mathematisch gesehen war das 21:21 beim amtierenden Deutschen Meister zwar ein Unentschieden, schaute man jedoch in die rundum zufriedenen Gesichter der Marburg Mercenaries wurde schnell klar, dass es wohl ein Unentschieden der freudigeren Natur war. Nachvollziehbar, bedeutete dieses Endergebnis doch zugleich, dass die hesssichen "Söldner" nicht nur den direkten Vergleich gegen Schwäbisch Hall für sich verbuchen konnten, sondern zugleich dass man den Titel des Südmeisters nunmehr aus eigenem Antrieb und ohne fremde Hilfe erreichen kann.

Charaktertest in Hall

Die Niederlage vom vergangenen Wochenende in München war nicht wirklich "eingeplant" und doch bleibt den Marburg Mercenaries kaum Zeit, die noch frischen Wunden der ersten Minustpunkte der Saison zu lecken. Als nächster Gegner wartet nämlich der amtierende Deutsche Meister aus Schwäbisch Hall und damit eine extrem arbeitsintensive Woche auf die Mannschaft des frisch vermählten Head Coaches Matthias Dalwig. "Da Hall in der Offense unheimlich kreativ und auch mit für die Liga unüblichen Spielzügen agiert, gibt es für den Defensive Coordinator sicherlich ruhigere Zeiten", so dann auch der schmunzelnde Ausblick von Sergej Schmidt auf den anstehenden Spieltag. Das Hinspiel konnten die Marburger mit etwas Glück, und in letzter Sekunde knapp mit 15:14 gewinnen, im Rückspiel gehen viele Beobachter indes von einem anderen Spielverlauf aus. Präsident Carsten Dalkowski dazu: "Wir erwarten eigentlich alle wesentlich mehr Punkte als noch im Hinspiel. Und das gilt für beide Seiten."

Erste Niederlage bei den Cowboys

Mit einer vielleicht unnötigen, keinesfalls jedoch unverdienten Niederlage kehrten die Marburg Mercenaries von ihrer Auswärtsfahrt nach München zurück. Das 31-28 für die Gastgeber markierte zugleich den ersten Fleck auf der bisher weißen Weste der "Söldner" und doch wird man im Lager der Hessen nunmehr nicht in unbegründete Zweifel verfallen. Das Fazit von Offensive Coordinator Marcel Duft fällt dann auch sehr sachlich aus: "Wir haben schon einige enge Spiele gewonnen, die auch in die andere Richtung hätten gehen können. Heute haben wir ganz einfach, vor allem in der Offense, nicht unseren besten Football abgerufen und die Quittung dafür kassiert. Es war klar, dass dies früher oder später einmal passieren würde. Wer weiß wofür so ein Weckruf gut ist."