Die Marburger Footballer gewannen das Kellerduell gegen den Tabellennachbarn Rhein-Neckar Bandits souverän mit 45:14 (21:0, 3:0, 0:6, 21:8). Damit liegt der fünffache Süddeutsche Meister auch im direkten Vergleich gegenüber den Mannheimer vorne. Da nur noch zwei Partien ausstehen, ist der Gang in die Relegation so gut wie abgewendet. „Vielen Leuten bei uns – auch in der Organisation – ist ein Stein vom Herzen gefallen. Rein praktisch gesehen ist das Ding durch“, freute sich Präsident Carsten Dalkowski. Und Headcoach Matthias Dalwig wusste nach der Partie im Seppl-Herberger-Stadion: „Damit noch etwas anbrennt, müsste Mannheim Tabellenführer Schwäbisch Hall schlagen. Das wird nicht passieren.“
Den Grundstein für den zweiten Saisonsieg legten die „Söldner“ schon im ersten Viertel: Nach einem Pass von Quarterback E.J. White münzte Wide Receiver Philip Prohaska gleich den ersten Drive in Punkte um. Auch bei Touchdown Nummer zwei hatte der US-Amerikaner seine Finger im Spiel: Passempfänger Chris Köller stand goldrichtig und markierte die 13:0-Führung, die Daniel Katusic mit seinem zweiten Zusatzkick erhöhte. „Wir haben genau das gemacht, was wir vorher bei der Videoanalyse besprochen haben. Es ist schön, wenn das so gut umgesetzt wird“, lobte Dalwig seine Truppe. Verlass war auch einmal mehr auf den im Saisonverlauf stärksten Marburger: Beinahe wie selbstverständlich legte Andrecus Lindley einen 60-Yard-Lauf hin und setzte dem Traumstart mit seinem Touchdown zum 21:0 die Krone auf (PAT erneut Katusic).
Einen gewaltigen Anteil am Erfolg hatte auch die Verteidigung der Lahnstädter: So fing der im Juni aus den USA nachverpflichtete Dominique Patterson zwei Intercenptions. Dazu kam ein gut funktionierender „Passrush“: Defense Ends Lennart Reich und Simon Linnewerber sackten den ehemaligen Marburger Quarterback Sonny Weishaupt insgesamt sechsmal. Weil Katusic per Fieldgoal auf 24:0 erhöhte, konnten sich die „Söldner“ sogar eine kleine Verschnaufpause erlauben. Mit einem Trickspielzug überraschten die Bandits die Gäste und verkürzten immerhin auf 6:24.
„Auch wir haben kein perfektes Spiel hingelegt. Trotzdem haben wir vorher gesagt, dass wir die bessere Mannschaft sind und das auch gezeigt“, erklärte Headcoach Dalwig und sah eine Steigerung zur 7:14-Hinspielniederlage: „Anders als damals hat nicht nur das Lauf-, sondern auch das Passspiel gut funktioniert“, so der Trainer. Zu sehen bekam Dalwig auch im letzten Viertel viel Positives: Nach einem zweiten Mannheimer Touchdown schraubte E. J. White am Punktekonto: Als Ergebnis eines langen Drives packte der Spielmacher den vierten Marburger Touchdown drauf. Der Schlusspunkt war einem Youngster vorbehalten: Runningback Merlin Detroy trug den Ball zum 45:15 in die Endzone – und sicherte sich damit das Lob seines Trainers: „Das ist ein sehr athletischer Spieler, der gerade in seine erste Saison geht. Er ist einer von unseren Jungs, die den Anschluss geschafft haben“, sagte Dalwig.
Daran, dass Detroy & Co. auch in der kommenden Runde erstklassig spielen, bestehen kaum noch Zweifel. Dalwig fordert dennoch höchste Leistungsbereitschaft: „Von unseren Fans wollen wir uns im abschließenden Heimspiel gegen München beim Family Gameday powered By Vita Fitness ordentlich verabschieden. Wir fühlen uns in der Lage, die letzten zwei Spiele zu gewinnen.“ Höhere Zielsetzungen heben sich die Mercenaries dann für ihren 25. Geburtstag in 2016 auf.