Wieder nichts

Norbert Schneider

Die „Söldner“ hatten sich viel vorgenommen und konnten nach Startschwierigkeiten und einem verlorenen Ball auch die ersten Punkte der Begegnung erzielen, als US- Quarterback Brian Ensminger Philip Prohaska über knappe 10 Yards bediente. (0:7) Doch die Freude währte nicht lange. München zeigte sich engagiert im Kampf um den ersten Heimsieg der Saison und übernahm nach und nach das Kommando über das Spiel. Vor allem die „Secondary“ der Mercenaries wurde getestet und in einigen Situationen für zu leicht befunden. So zum Beispiel als der Quarterback der Gastgeber, Ward Udinski, seinen Receiver Ryan Retzlaff über 65 Yards in der gegenerischen Endzone zum 6:7 Anschluss fand. Die beiden genannten Spieler sollten auch im Verlaufe des Partie die Protagonisten bleiben. Udinski selbst stellte mit zwei Läufen die zwischenzeitliche 20:7 Führung her, bevor noch vor der Pause Ryan Retzlaff zum dankbaren Abnehmer seiner Pässe wurde. Nach zwei weiteren Touchdowns durch den US- Amerikaner ging es mit einem 32:7 in die Kabinen. Hängende Köpfe bei den Mercenaries, die schon zu jenem Zeitpunkt realisierten, dass ein möglicher Sieg zur reinen Utopie geworden war.

Es ist der Mannschaft hoch anzurechnen, dass man sich im zweiten Durchgang nicht aufgab, sondern weiter versuchte, dass Unvermeidbare abzuwenden. Runningback Andrecus Lindlay war es schließlich, der seine starke Leistung an diesem Nachmittag mit dem 14:32 „Anschluss“ krönte, ein Touchdown, der letztendlich jedoch nur bloße Ergebniskosmetik darstellen sollte. Den Schlussakkord durch den Touchdown von Timothy Breaker zum 39:14 ließen die Marburger über sich ergehen, bevor sie die lange Busfahrt zurück nach Hessen antreten mussten.

Es bleibt abzuwarten, ob man sich im Kader der „Söldner“ noch einmal berappelt, zumindest dann, wenn es um die nach jetzigem Stand wichtigen Partien gegen die Franken Knights und die Rhein Neckar Bandits geht. Auch gilt es die Personalie des Quarterbacks im Auge zu behalten. Offensichtlich mit der Leistung von Ensminger alles andere als zufrieden, durfte in der zweiten Halbzeit von München Back- Up Bastian Berghaus ran.